Uganda: Landwirtschaftliche Berufskurse für Jugendliche

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Das Wichtigste in Kürze


Das Projekt «Aradu Pi Fur» richtet sich an besonders bedürftige Kinder und ihre Familien, in einer ländlichen und abgelegenen Region im Nordwesten Ugandas. Ihr Leben ist geprägt von grosser Armut. Oft ist selbst die Ernährungssituation unsicher. Die wenigen Bildungseinrichtungen sind in einem schlechten Zustand, weshalb nur die wenigsten Menschen in der Region eine gute Grundbildung haben. Dies nimmt gerade Jugendlichen aus bedürftigen Familien nahezu jede Chance auf ein sicheres und selbstbestimmtes Leben. Daher möchte CO-OPERAID das Leben dieser jungen Menschen und ihrer Familien nachhaltig verbessern und die Entwicklung der Berufsbildung in den Gemeinden mit vorantreiben. Im Verlauf des Projektes werden die Jugendlichen entweder in einer Berufsschule oder bei einem lokalen Lehrmeister in Hühner-, Schweine-, Bienenzucht und Gartenfeldbau ausgebildet und absolvieren ein Praktikum in einem landwirtschaftlichen Betrieb. Nach der Ausbildung erhalten sie die Möglichkeit, zusätzlich zur selbständigen Tätigkeit im gelernten landwirtschaftlichen Bereich, sich in Jugend-Farmer-Gruppen zu organisieren. Ziel ist der Aufbau einer distriktweiten landwirtschaftlichen Genossenschaft, die u.a. gemeinsam produziert und vermarktet. Die Jugendlichen sollen so nicht nur ausgebildet werden, sondern sich als wertvolles Mitglied der Geschäftswelt etablieren können.

Wirkungen und Resultate


ZOY_Jugendliche

600

Lehrlinge

ZOY_Farmergruppen

20-24

Jugend Farmer Gruppen

ZOY_Berufsschulen

1

Berufsschule

ZOY_Lokale-Lehrmeister

20

Lokale Lehrmeister

Ziele


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Verbesserte Berufsausbildung an zwei Berufsschulen

Zwei Berufsschulen werden ausgebaut und mit Werkzeugen ausgestattet. Es werden neue Lehrstellen geschaffen, Lehrpersonen eingestellt und fortgebildet. An den Berufsschulen werden marktorientierte Kurse und Kursinhalte eingeführt. Die Themenbereiche umfassen Landwirtschaft und Unternehmensführung.

Höhere Qualität der Ausbildung

Um ein noch besseres Training im Bereich der Landwirtschaft anbieten zu können, erhalten die lokalen Lehrmeister die relevante Ausstattung. Die Berufsschule ist aus dem Vorgängerprojekt bereits gut ausgestattet. Auch werden gezielte Fortbildungen für Lehrpersonen angeboten. In einem nächsten Schritt soll zudem ein «Farmer Ressource Center» etabliert werden um den Aufbau und Austausch von Wissen im Bereich der Landwirtschaft weiter zu fördern. Dieses Zentrum verbindet aktuelle landwirtschaftliche Forschung mit praktischer Anwendung und dient gleichzeitig als Schulungszentrum und Vermarktungsort für neue Sorten und Agroinputs.

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Aufbau eines Netzwerkes für Landwirtschaft

Es soll ein stabiles Netzwerk der wichtigsten Akteure des Landwirtschaftssektors aufgebaut werden, von dem alle profitieren können. Hierfür soll u.a. auch ein jährlicher Ausstellungstag für landwirtschaftliche Güter organisiert werden und die Teilnahme an anderen nationalen Farmer-Messen organisiert werden.

Begünstigte


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Okello Byron ist das älteste von 7 Geschwistern. Sein Vater starb früh, weshalb er vorzeitig die Schule verlassen musste, um Geld für die Familie zu verdienen. Über das CO-OPERAID Projekt konnte er Intensivkurse in Geflügel- und Schweinezucht besuchen. Heute besitzt er bereits mehrere Schweine, Enten, Hühner und Kaninchen. Zusätzlich hat er mit Gartenbau angefangen und plant neben dem Futter für seine Tiere zukünftig auch Kohl und Tomaten anzubauen. Mit seinem Wissen unterstützt er gerne andere Menschen in seinem Dorf beim Aufbau einer Schweine- oder Geflügelzucht.

 

Okello Byron, 18 Jahre

Häufige Fragen


Das Projekt ist noch in Vorbereitung und wird voraussichtlich Mitte 2018 starten. Die Dauer des Projektes wird bei etwa 4 Jahren liegen.

Die Projektregion ist der abgelegene Distrikt Zombo im Nordwesten Ugandas. Einbezogen werden dabei die Subdistrikte Nyapea, Zombo TC, Zeu und Warr.

Im Distrikt Zombo haben Krankheiten wie Aids, der langjährige Bürgerkrieg und wiederholte Flüchtlingswellen aus den konfliktbehafteten Nachbarländern deutliche Spuren hinterlassen. Viele Kinder sind Waisen und werden daher von Verwandten oder ältesten Geschwistern aufgezogen. Ein Grossteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Oft reichen die Erträge jedoch kaum für die eigene Ernährung. Die Schulen in der Region sind überwiegend in schlechtem Zustand und der Unterricht von mässiger Qualität. Entsprechend ist die Bildungsrate sehr niedrig. Lediglich 54% der Bevölkerung (29% der Frauen) können lesen und schreiben.

Das CO-OPERAID Hilfsprojekt richtet sich an rund 600 besonders bedürftige Jugendliche (15-25 Jahre). Darunter sind junge Mütter und Väter und Jugendliche, die verwaist sind und daher allein ihre jüngeren Geschwister grossziehen müssen. Sie haben die Schule abgebrochen und sind arbeitslos. 55% sind weiblich, 45% männlich, da besonders viele Mädchen und Frauen nur eine geringe Bildung haben.

Jugendliche mit etwas Vorbildung besuchen praxisorientierte Vollzeit-Kurzkurse (10-12 Wochen, 40h/Woche, 70% Praxisanteil) an einer Berufsschule. Für Jugendliche mit wenig bis keiner Vorbildung gibt es die Möglichkeit 20-24 Wochen in der Minigruppe (ca. 4-6 Teilnehmer, 20h/Wo, 70% Praxisanteil) bei lokalen Lehrmeistern zu lernen und zusätzlich Alphabetisierungskurse zu belegen. Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgt in den Bereichen Gartenbau (Anbau von Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln und Kohl) und dem Feldanbau (Bananen, Bohnen, etc.), Imkerei, Hühner- und Schweinezucht. Für interessierte Jugendliche wird ein Pilotprogramm im Kaffeeanbau ermöglicht. Ergänzt wird die landwirtschaftliche Ausbildung durch den Erwerb von Business Skills (z.B. Vermarktung, Finanzierung etc.) und Life Skills (u.a. Hygiene, Familienplanung, HIV/Aids etc.).

Auf individueller Ebene werden die Jugendlichen nach der Ausbildung durch eine kleinere Start-up Ausrüstung beim Einstieg in die Berufswelt gefördert. Hierzu müssen sie jedoch beweisen, dass sie willens sind den Einstieg zu wagen (z.B. selbständiger Bau eines Hühnerstalls berechtigt zum Erhalt mehrere Küken als Förderung).

Ausserdem werden die Jugendlichen ermutigt, sich in Jugend-Farmer-Gruppen mit 25-30 Mitgliedern zu organisieren. In manchen Regionen gibt es bereits Gruppen, denen sich die Jugendlichen anschliessen können. In anderen Regionen müssen diese Gruppen erst neu gegründet werden. Alle Gruppen werden durch Unternehmensführung- und Management Kurse gefördert.

Später werden sie in «Marketing Associations» transformiert, die eine Vorstufe der landwirtschaftlichen Genossenschaft darstellen. Sie sind in drei Kern-Komitees unterteilt, welche zuständig sind für Produktion, Marketing und Finanzierung sind. Ziel ist der Aufbau einer distriktweiten Genossenschaft, welche sich aus den «Marketing Associations» bildet, um auf diese Weise einen besseren Marktzugang mit gemeinsamer Erwirtschaftung von Produkten, gemeinsamen Marketing und besseren Preisen zu erreichen. Gleichzeitig verschaffen sich die Mitglieder einen besseren Zugang zu neuem Wissen und schalten durch die gemeinsamen Preisabsprachen Zwischenhändler aus.

Die Partnerorganisation heisst «Community Empowerment for Rural Development» (CEFORD). Sie wurde im Jahr 2000 als national registrierte Nicht-Regierungs-Organisation gegründet. Die Organisation ist in allen acht Distrikten der Region West Nile tätig. Ihre Vision ist «eine gestärkte und von Armut befreite Gesellschaft».

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