Kenia: Hilfe für Jugendliche durch Berufsbildung

Hilfsprojekt Kenia

Über das Hilfsprojekt Berufsbildung für Jugendliche in Kenia


Das Hilfsprojekt «Ujuzi Kwa Vijana» richtet sich an Jugendliche, die längere Zeit in der Stadt Kitale, Kenia, auf der Strasse gelebt haben. Es fördert insgesamt 25 junge Frauen und Männer beim Einstieg ins Berufsleben und hilft ihnen auf dem Weg in ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben. Bereits vor Projektstart, im Juli 2017, rief die Hilfsorganisation Child Rescue Kenia (CRK) ein vorbereitendes Hilfsprogramm ins Leben. Mit dem Hilfsprogramm wurden die Jugendlichen von der Strasse geholt und es wurde ihnen wieder eine Perspektive gegeben. Teil dieser vorbereitenden Phase war es, die Jugendlichen in kleinen Selbsthilfegruppen zu organisieren, in welchen sie sich gegenseitig unterstützen können. Für das Hilfsprojekt wurden 25 besonders vielversprechende Kandidaten ausgewählt. Während einer 12-monatigen intensiven Trainingsphase erwerben die Jugendlichen alle wichtigen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie für den Einstieg in die Berufswelt in Kenia benötigen. Ausserdem werden sie bei der Jobsuche oder dem Aufbau eines eigenen Geschäftes tatkräftig unterstützt. Ziel ist, dass die Jugendlichen später ihre neu erworbenen Fähigkeiten an andere Mitglieder ihrer Selbsthilfegruppe weitergeben.

Begünstigte des Hilfsprojektes in Kenia


25 Jugendliche

Begünstigte: Jugendliche

1 Berufsschule

Begünstigte: Berufsschulen

20-24 Selbsthilfegruppen

Begünstigte: Selbsthilfegruppen

Ziele des Hilfsprojektes in Kenia


Ziel1: Reintegration von Jugendlichen

Reintegration von Jugendlichen, die auf der Strasse gelebt haben

Die Sozialarbeiter von CRK arbeiten in jenen Quartieren von Kitale, in denen Jugendliche auf der Strasse leben. Sie überzeugen die Jugendlichen, einen neuen Start durch das Hilfsprogramm zu versuchen. Sie gründen Selbsthilfegruppen mit 8-12 Personen, in denen sich die Jugendlichen gegenseitig unterstützen. Es wird für die Grundbedürfnisse der Jugendlichen gesorgt und es werden neue Perspektiven entwickelt.

Vermittlung von Berufs- und Businesskenntnissen

Die Ausbildung dauert insgesamt 12 Monate: 9 Monate verbringen die Jugendlichen als Lehrlinge an einem Arbeitsplatz, wo sie überwiegend praktische Kenntnisse erwerben. 3 Monate besuchen die Jugendlichen den theoretischen Unterricht an der Berufsschule.

Ziele2: Vermittlung von Berufs- und Businesskenntnissen
Ziele3: Einführung der Jugendlichen ins Berufsleben

Einführung der Jugendlichen ins Berufsleben

Die Absolventen erhalten nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung Material, welches sie für die Ausübung des Berufes benötigen (z.B. Werkzeuge für Mechaniker, Frisörkoffer etc.). Ausserdem werden sie bei der Jobsuche oder dem Aufbau einer selbstständigen beruflichen Tätigkeit von ihrer Selbsthilfegruppe und der Hilfsorganisation CRK unterstützt.


Eine Stimme aus dem Hilfsprojekt in Kenia


Hilfsprojekt Kenia Zitat

«Ich bin das älteste von drei Geschwistern. Wir sind Waisen und ich bin alleinerziehende Mutter eines Kindes. Ich habe kürzlich meine Ausbildung zur Frisörin abgeschlossen. Ich träume davon einen eigenen Salon zu eröffnen. Ich habe neuen Mut gefasst und hoffe, dass ich endlich selbständig meine Geschwister und mein Kind unterstützen kann.»

Salome Wangari Wangeci, 26 Jahre

Häufige Fragen


«Ujuzi Kwa Vijana» ist ein Pilotprojekt. Das vorbereitende Hilfsprogramm wurde im Juli 2017 von Child Rescue Kenia gestartet. Das Pilotprojekt selbst startet im Januar 2018 und läuft bis Dezember desselben Jahres.

Das Hilfsprojekt wird in Kitale, der Hauptstadt des Trans-Nzoia Countys im westlichen Kenia, durchgeführt.

Das Hilfsprojekt richtet sich an 25 Jugendliche, die alle ehemalige Strassenkinder sind. Die Jugendlichen haben sich dem Hilfsprogramm von Child Rescue Kenia angeschlossen und haben sich dort besonders positiv entwickelt.

Kenia gilt als Motor der Wirtschaft Ostafrikas, ist aber immer noch ein klassisches Entwicklungsland der Sub-Sahara. Nach den Wahlen Ende 2007 brachen in Kenia unerwartet gewalttätige ethnische Unruhen aus, welche zur Vertreibung von rund 640‘000 Menschen führten. Viele dieser entwurzelten Familien leben heute im Projektgebiet und sind stark von der Armut betroffen. Die Arbeitslosigkeit ist mit 40% sehr hoch. Die meisten Familien ernähren sich daher von der Landwirtschaft (Subsistenzwirtschaft) oder von Gelegenheitsjobs. Aufgrund der schlechten Lernbedingungen an den Schulen sind rund 24% der Bevölkerung (besonders Frauen) Analphabeten. Ohne Ausbildung sind die Chancen der Jugendlichen auf eine existenzsichernde Arbeitsstelle jedoch sehr gering. Viele Jugendliche rutschen in die Kriminalität, Prostitution oder Drogensucht ab und landen daher auf der Strasse. Um dieser hoffnungslosen Situation entkommen zu können, brauchen sie neue Perspektiven und die Möglichkeit einer Ausbildung.

Mit Ihrer Spende unterstützen sie Jugendliche in Kenia dabei, das hoffnungslose Leben auf der Strasse hinter sich zu lassen, einen Beruf zu erlernen und sich im Berufsleben zu etablieren.

Partnerorganisation für das Hilfsprojekt für ehemalige Strassenkinder ist Child Rescue Kenia (CRK), eine in Kenia registrierte NGO. Gegründet wurde sie 1988 als Teil des «International Childcare Trust». 2003 erhielt die Hilfsorganisation ihren heutigen Namen und wagte den Sprung von einer traditionellen Wohltätigkeitsorganisation zu einem aktiven Entwicklungshelfer. CRK arbeitet besonders mit bedürftigen Familien und Jugendlichen und unterstützt sie beim Aufbau einer sicheren Existenz. Mit den Strassenkindern von Kitale arbeitet CRK bereits seit 2013 und konnte bereits viele junge Menschen reintegrieren.

Das Hilfsprojekt in Kenia führt eine duale Berufsausbildung ein. Es knüpft an bereits existierende Netzwerke kleinerer Unternehmen an, um den wieder eingegliederten Jugendlichen Lehrstellen anbieten zu können. Zudem führt es intensive Trainingseinheiten an einer ausgewählten Berufsschule ein, welche bereits an anderen Berufsschulen in Kenia erfolgreich getestet wurden. Eine erfolgreiche Weiterführung dieser dualen Ausbildung nach Projektende ist daher sehr wahrscheinlich. Ausserdem setzt das Pilotprojekt auf den Austausch der 25 ausgewählten Jugendlichen mit ihren Selbsthilfegruppen, in welchen sich die meisten Jugendlichen bereits gut integriert haben und mit denen sie eng zusammenarbeiten.

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Fotos: Christoph Dill, Zürich