Kenia: Grundschule für Kinder der Pokot

Kenia Schuljunge

Die Grundschulbildung in Kenia hat in den letzten Jahren Fortschritte gemacht. Es gibt aber grosse regionale Unterschiede. Die Bildung für die Kinder der Volksgruppe der Pokot in der Region East Pokot liegt weit zurück. In diesem Gebiet herrscht die nomadische Lebensweise vor; Bildung spielt im Leben der Menschen keine grosse Rolle. Gleichzeitig aber, mit dem Klimawandel, dem Bevölkerungsdruck und dem Einfluss des modernen Lebens, kündigt sich ein Wandel an. Das Hilfsprojekt „Wanafunzi Wa Pokot“ (Pokot Schulkinder) von CO-OPERAID und Hifadhi will die Grundschulbildung in East Pokot stärken und die Eltern an Schul- und Erziehungsfragen heranführen. In Zusammenarbeit mit 10 Primarschulen und 10 Kindergärten wird in die Qualität des Unterrichts investiert, u.a. durch Lehrerfortbildung. Der Zugang zur Bildung wird durch die Abgabe von Schulmaterialien an die Kinder erleichtert. Öffentliche Schulanlässe und weitere Aktivitäten wollen den Einbezug der Eltern und Gemeinden fördern. Insgesamt will das Bildungsprojekt für die junge Generation der Volksgruppe der Pokot Türen zum modernen Leben öffnen.

CHF 30 für Schulmaterialien für ein Schulkind

Kenia Schulmädchen

CHF 50 für den Einbezug der Eltern

Kenia Pokot Ethnie

CHF 80 für die Weiterbildung von Lehrpersonen

Lehrer-Weiterbildung Kenia

CHF 100 für bessere schulische Infrastruktur

Kenia Lernsituation in der Schule

Primarschule East Pokot Kenia

Die Partnerschulen sind staatliche Schulen, für welche die Bildungsbehörden die Verantwortung tragen. Ihr Budget reicht aber nicht aus, um grundlegende Investitionen sicher zu stellen. Das Projekt hilft aus, indem ausreichende Materialien für den Schulunterricht gekauft werden (z.B. Tafeln, Stifte, Poster, etc.). Dazu wird die Umgebung aufgewertet durch Spiel- und Sportplätze (inkl. Spiel- & Sportmaterial), Verschönerung der Schulgebäude und des Schulgeländes und Installation eines Modell-Schulgartens für die Umweltbildung.

Die Hirtenfamilien haben wenig Geld zur Verfügung. Das Projekt leistet darum Unterstützung, um die Ausgaben für die Bildung der ärmsten Familien zu reduzieren. Es gibt Lernmaterialien für Schulkinder ab (Schulhefte, Stifte, Bleistifte, Spitzer, Radiergummis), dazu Schuluniformen, Hygiene-Artikel für Mädchen (Reduzierung der Absenzen während der Periode), und übernimmt Gebühren für die Abschlussprüfung.

Kenia Familie in East Pokot
Kenia Schulklasse

Die Lehrpersonen werden zu wenig gefördert. Das Projekt will sicherstellen, dass sie die Möglichkeit haben, sich mit dem pädagogischen Prozess auseinander zu setzen. Es führt Workshops zur “Professional Learning Community” (PLC) durch, die vor allem dem Erfahrungsaustausch und dem Lernen anhand von „best practices“ dienen. Die Einführung von Einstufungstest gibt eine Grundlage zur gezielten Unterstützung der Schulkinder. Neue, zusätzliche Lektionen (Schulbibliothek, Lesewettbewerb) fördern das Lesen und Verstehen und die Kreativität. Auf Kindergartenstufe wird ein beschleunigter Lehrgang für Kinder eingeführt, die zu spät eingeschult werden (über dem Kindergarten-Alter).

Bildung spielte im Leben in East Pokot bislang eine marginale Rolle. Entsprechend „bildungsfern“ sind die Familien und entsprechend gering ist der Wert der Bildung. Das Projekt will Bildungsfragen näher an die Eltern und Familien bringen. Es stellt sicher, dass die Schulgremien, darunter die Elternvertretung, nicht nur auf dem Papier existieren, sondern tatsächlich tätig werden. Das verbesserte Schulmanagement inklusive der Austausch zwischen Schule, Gemeinden und Behörden ist ein zentraler Punkt, der die Begünstigten über die Schule hinaus mobilisieren soll (WEZESHA-Ansatz). Das Projekt organisiert öffentliche Schulveranstaltungen, an welche u.a. Kinder und Schulpersonal für besondere Leistungen ausgezeichnet werden.

Kenia Elternversammlung

Das Schulprojekt dauert von Juni 2021 bis Juni 2022, also ein Jahr. Es ist eine Startphase, während der die Partnerschaft und der Projektansatz entwickelt werden. Bei erfolgreichem Verlauf wird das Engagement von CO-OPERAID in East Pokot verlängert. Projektgebiet ist der Sub-Distrikt East Pokot im Distrikt Baringo.

Die Schulkinder aus der Volksgruppe der Pokot liegen bei der Einschulungsrate und der Alphabetisierungsrate im Landesvergleich weit zurück. Die Investitionen in die Bildung in East Pokot sind aber ungenügend. Fehlende Bildung ist ein Hauptgrund dafür, dass die Entwicklung zurück liegt und die Menschen ein marginalisiertes Leben führen. Die Abbruchquote beim Grundschulbesuch ist auch aufgrund negativer Lernerfahrungen und bei den Mädchen aufgrund beginnender Adoleszenz (bei gleichzeitig oftmals später Einschulung) hoch.

Die Partnerschulen des Projekts sind Staatsschulen. Sie werden nach Projektschluss weitergeführt. Es werden Verbesserungen an der Infrastruktur realisiert, die mehreren Generationen von Schulkinder dienen. Dazu stösst das Projekt Prozesse an, die weiter wirken werden (Methodik, zusätzliche Fächer, verbessertes Schulmanagement, Einbezug der Gemeinden). Das Ziel des Projekts sind nachhaltige Verbesserungen.

Hifadhi Africa (HAO) ist eine kenianische Nichtregierungs- und Non-Profit-Organisation, die 2013 gegründet und als nationale kenianische Wohltätigkeitsorganisation registriert wurde. HAO arbeitet als Entwicklungs-, Advocacy- und Jugend-Empowerment-Organisation in Slums und pastoralen Regionen. Der Fokus von HAO liegt auf der Zusammenarbeit mit unterprivilegierten und marginalisierten Gemeinschaften, um sie zu stärken, die Ursachen von Problemen zu identifizieren und ihnen zu ermöglichen, geeignete Lösungen zu finden, um Armut und Abhängigkeit zu überwinden. Die Organisation setzt sich für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Geschlechter und die Rechte der marginalisierten und gefährdeten Gemeinschaften ein. Interview mit Collins Nakedi, Co-Direktor von HAO.