Uganda: Berufskurse für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen

Frauenhilfe in Uganda

Das Projekt «Nyonga Skilling Initiative» setzt sich in Jinja, im Osten von Uganda, für Frauen und Mädchen ein, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. Unsere Partnerorganisation WORI hat das einzige Frauenhaus der Region aufgebaut, das rund 90 Frauen und Mädchen pro Jahr Schutz, Beratung und Begleitung bietet. Das gemeinsame Projekt «Nyonga Skilling Initiative» ermöglicht Berufskurse für Betroffene, unterstützt den Einstieg in die Arbeitswelt und trägt damit zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit bei. Das Hilfsangebot umfasst Berufskurse, Förderung der Geschäftstätigkeit (Abgabe von Werkzeug, Kredite) und Allgemeinbildung (Geschäftskenntnisse, Alphabetisierung, Computerkurs). Zudem wird das Frauenhaus durch den Aufbau eines Bio-Bauernhofs, der auch als Ausbildungsstätte dient (Landwirtschaftskurs), nachhaltiger und finanziell unabhängiger.

Genderspezifische Gewalt ist in Uganda weit verbreitet. Jede zweite Frau im Alter über 15 Jahren ist von körperlicher Gewalt in- oder ausserhalb der Partnerschaft betroffen. In der Projektregion Busoga haben 26% der Frauen und 9% der Männer sexuelle Gewalt am eigenen Leib erfahren. Ergänzend zu den Berufskursen betreibt das Projekt Aufklärung an Schulen über das Thema, damit die junge Generation sensibilisiert wird und zur Veränderung beitragen kann.

CHF 50 für den Kursbesuch einer Teilnehmerin

Computerkurs Uganda Mädchen

CHF 100 an den Lohn einer Lehrmeisterin

Lehrmeisterin in Uganda

CHF 150 an die Starthilfe für die Geschäftstätigkeit

Nähgeschäft Uganda

Frauengruppe in Uganda

Das Gesamtziel des Projekts lautet: "Ermächtigung und Befähigung durch Berufskurse für Betroffene von genderspezifischer Gewalt." Das Projekt ermöglicht zusätzlich zur Betreuung im Frauenhaus einen Bildungsimpuls, der auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation und damit auf eine grössere Unabhängigkeit abzielt. Dafür wird der Zugang zum Arbeitsmarkt und der Aufbau von Kleingeschäften gefördert.

Das Frauenhaus der Hilfsorganisation WORI (The Women’s Rights Initiative; www.woriuganda.org) ist eine wichtige Institution der Region. WORI hat das Frauenhaus gebaut und im Jahr 2019 eröffnet (Link Frauenhaus). Es ist eine der wenigen Anlaufstellen für Gewaltopfer und das grösste Frauenhaus in Ost-Uganda. Es bietet Platz für 25 Erwachsene und 15 Kinder. Das Partnerprojekt mit CO-OPERAID ermöglicht den Kauf von Land und den Aufbau eines Bio-Bauernhofs. Dieser Betrieb wird einen grossen Teil zur Selbstversorgung des Frauenhauses beisteuern und ermöglicht gleichzeitig Landwirtschaftskurse mit modernen Anbaumethoden.

Nyonga Frauenhaus in Jinja Uganda
Sensiblisierung gegen Gewalt Uganda

Das Projekt arbeitet mit Primarschulen zusammen, an welchen Sensibilisierungs-Anlässe bezüglich des Themas geschlechtsspezifische Gewalt organisiert werden. Ziel dieser Aktivität ist es, dass sich Schüler/innen und Lehrpersonen der Problematik bewusst sind und zur Lösung beitragen.

Häufige Fragen

Die Projektlaufzeit ist auf zwei Jahre geplant, von Januar 2021 bis Dezember 2022. In dieser Zeit wird ein Bauernhof aufgebaut und ein Kursprogramm etabliert, das auch einen Praktikums-Teil bei lokalen Geschäften vorsieht. 

Das Projekt rechnet mit rund 1'200 direkt begünstigten Personen: Betroffene von genderspezifischer Gewalt und ihre Familien sowie Schulkinder. Der Impuls des Projekts wird viele weitere Menschen in der Region erreichen.

Geschlechtsspezifische Gewalt ist ein dringendes Problem in Uganda, von dem rund 50% der Frauen und Mädchen betroffen sind. Die weitere Projektregion, die Eastern Region, verzeichnet gar eine Quote von 74%, die höchste im Land. Hilfsangebote oder Programme zur Sensibilisierung für dieses dringende Problem gibt es aber nur wenige. Der Staat bleibt weitgehend untätig; vor allem NGO's kümmern sich um eine Verbesserung der Situation.

WORI ist eine 2007 gegründete ugandische Frauenrechtsorganisation mit Sitz in Jinja. Sie wurde von drei jungen Ugandarinnen (Annet Nanyonga, Rebecca Mulembe & Rose Kigere) als Antwort auf die stark verbreitete Armut und die schleppenden Verbesserungen bei der Umsetzung der Frauenrechte ins Leben gerufen. Seit 2012 ist WORI als nationale NGO registriert. WORI ist eine wichtige Organisation der Zivilbevölkerung, die auf einen gesellschaftlichen Wandel hin arbeitet.