«Wir glauben fest an uns»
Drei Kosmetikerinnen aus dem Berufsbildungs-Projekt in Sri Lanka sind stolz auf ihren eigenen kleinen Schönheitssalon – und träumen vom grossen Erfolg.
Alle drei sind 20 Jahre alt: Mary (Subashini), Mary (Suganthini) und Kassina. Gemeinsam besuchten sie den Kurs Schönheit und Pflege an der von CO-OPERAID und dem lokalen Partner Sarvodaya aufgebauten Trincomalee Berufsschule. Die drei hatten von Anfang an einen Plan: «Bevor wir die Ausbildung begonnen haben, sprachen wir mit Abgänger-innen der Schule», erzählt Mary Suganthini. «Dadurch haben wir eine klare Vorstellung vom Kurs gewonnen und von den Möglichkeiten, die sich durch die Ausbildung eröffnen. In der modernen Welt streben viele Menschen danach, ihr Äusseres zu verschönern. Das schafft eine gute Nachfrage für Kosmetikerinnen. Wir dachten uns, dass wir mit diesen Kenntnissen nicht nur in Sri Lanka, sondern sogar im Ausland arbeiten können». So begannen die drei jungen Frauen im September 2008 den Lehrgang und schlossen ihn im Frühjahr 2009 gleichzeitig ab.
Dies war der Anfang einer hoffnungsvollen Wende. In die Umgebung der Stadt Trincomalee aber wurden sie durch verzweifelte Umstände getrieben. Die Familien der drei waren vom Tsunami und/oder vom Bürgerkrieg betroffen. Sie mussten fliehen und sich in Trincomalee neu zurecht finden.
Ihre Familien sind arm. «Ohne CO-OPERAID und Sarvodaya wäre unsere Ausbildung nicht möglich gewesen», sagt Kassina. «Unsere Familien können sich solche Kurse nicht leisten. Durch die Unterstützung aber wurden zum Beispiel unsere Reisekosten oder Werk- und Verbrauchsmaterialien bezahlt».
Inzwischen führen die drei ihren eigenen kleinen Schönheitssalon, der im Elternhaus von Mary Subashini untergebracht ist. Sie haben eine regelmässige Kundschaft, für welche sie Gesichtsbehandlungen, Makeup, Pedicure und Manicure und auch Haar-Behandlungen anbieten. Ausserdem werden sie für besondere Anlässe wie Hochzeiten oder Geburtstage engagiert, wo sie die Gastgeber schminken oder sich um die Garderobe kümmern.
«Wir haben unser Geschäft erst kürzlich aufgebaut. Es braucht noch Zeit, bis wir eine grössere Stammkundschaft gewinnen. Wir glauben aber fest daran, dass wir unseren Salon in einigen Jahren vergrössern können und bekannt werden», erklärt Mary Subashini.
Im Moment verdienen sie mit einer Hochzeit oder einem Geburtstag etwa 100 Franken und an einem normalen Wochentag 3 Franken. «Wir haben ein gemeinsames Konto eröffnet und zahlen immer einen Teil der Einnahmen darauf ein. Wir hoffen, dass wir genug sparen können, um kreditwürdig zu werden, wenn wir in Zukunft einen grösseren Schönheitssalon eröffnen wollen».
«Vor dem Kurs haben wir keine Berufskenntnisse gehabt und konnten weder selbständig werden noch feste Arbeit finden. Jetzt stehen wir bald auf eigenen Füssen», resümieren die drei Kosmetikerinnen.
Die Berufsschule in der Stadt Trincomalee, im Nordosten von Sri Lanka, wurde von CO-OPERAID mit seinem lokalen Partner Sarvodaya von 2005 bis 2009 aufgebaut. Der Bau der Schule wurde durch die Spenden an die Glückskette nach dem Tsunami möglich. Eine Auswertung im Jahr 2009 hat ergeben, dass von 575 Schulabgänger/innen 525 entweder eine selbständige Arbeit haben oder angestellt sind. Nur 50 hatten keine Arbeit gefunden.





