Bildung für Flüchtlings- und Migranten-Kinder in Nord-Thailand - Projekt Patak

Einschulung / Alphabetisierung Bildungsprojekt Nord-Thailand.

Thailand übt eine grosse Anziehungskraft auf seine ärmeren Nachbarn Myanmar, Laos, Kambodscha und auch China aus. Im Norden Thailands, der grenzüberschreitenden Heimat verschiedener Bergvölker (Akha, Tai Yai, Shan, Karen, Rakhine, Mon, Chinb, Kachin, Lua, Lahu, Tai Leu) gibt es eine starke Migration. Zumal das repressive Regime Myanmars die indigene Bevölkerung brutal unterdrückt.

Die Flüchtlinge und Immigranten in der nördlichen Stadt Mae Sai, wo das Projekt seine Wirkung entfaltet, haben kein einfaches Leben. Viele von ihnen besitzen keine Papiere, sprechen kaum Thai und können jederzeit vom Ort, wo ihre Behausung steht, vertrieben werden. Sie sind schlecht integriert und müssen sich mit Gelegenheitsarbeit über Wasser halten. Alkohol-, Drogen- und Gesundheitsprobleme sind in solchen Familien stark verbreitet.

Das Projekt ist ein Angebot für die Kinder dieser Familien. Im Patak-Kindergarten werden sie eingeschult, in der Primarschule lernen sie lesen und schreiben und erwerben alle schulischen Grundkenntnisse. Berufskurse, Mittagslunch und Familienberatung gehören ebenfalls zum Angebot.

Eine gute Bildung bietet den Kindern Schutz. Sie entgehen der Kinderarbeit und der Gefahr, in die Fänge von Menschenhändlern (human trafficking) zu geraten, die Kinder an das Sexgewerbe in den Touristenzentren verkaufen, und die in diesem Grenzgebiet, wo auch der Warenschmuggel viel Geld einbringt, sehr gut organisiert sind.

Die Ziele des Projekts Patak für Flüchtlings- und Migrantenkinder:

  • Kindergarten, Primarschule und Berufskurse für Flüchtlingskinder und Kinder aus Bergvölker-Familien
  • Schutz vor Menschenhandel (human trafficking) für Sexgewerbe und Kinderarbeit
  • Beratungsangebot, Vernetzung und Lobbyarbeit

Jahresbudget: 20'000.-
Begünstigte: 140 Kinder am Patak-Zentrum
Dauer: Beginn 1999. Laufendes Projekt

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Karte Mae Sai, Thailand

Alinda Wettasin, Projektleiterin
«Wenn die Kinder nicht zur Patak-Schule könnten, müssten viele von ihnen alleine zuhause zurecht kommen oder ihre Eltern zur Arbeit begleiten, zum Beispiel als Verkäufer auf der Strasse. Sie wären Agenten des Sexgewerbes ausgeliefert.»

Nuan Namchan, Schülerin, 12 Jahre
«Wir sind von Myanmar nach Thailand gekommen. Meine Eltern sind geschieden; ich und meine Schwester leben bei den Grosseltern. Mein Grossvater hat für uns ein Haus aus Bambus gebaut. Er verkauft Besen. Meine Schwester ist Verkäuferin im einem Geschäft.Seit dem Kindergarten konnte ich die Patak-Schule besuchen. Ich tanze und singe gern. Ich habe an der Schule viele Freundinnen und werde sehr traurig sein, wenn ich eines Tages nicht mehr zur Schule kann. Viele Kinder in unserem Dorf gehen nicht zur Schule, sondern müssen auf der Strasse arbeiten.»

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